1919 -1963
Jedes Haus hat seine Geschichte. Im Hause Brödner beginnt diese vor fast einem Jahrhundert. Im Jahr 1919 wird das Unternehmen von Hans Fritz Müller gegründet. Er ist ausgebildeter Mechaniker mit Studienabschluss im Fach der Augenoptik. Als Besitzer des Hauses am Lindenauer Markt 22 und der umliegenden Häuser entscheidet er sich damals bewusst für den heutigen Firmensitz. Das Hauptgeschäft liegt in der sich immer weiter ausdehnenden Photobranche, die Augenoptik ist nur Randgeschäft.
Das staatliche System der Brillenversorgung vor dem Krieg erinnert sehr stark an das der heutigen Zeit: Die Kosten für eine Sehhilfe werden von den Kunden selbst und nicht von Krankenkassen getragen. Der Geschäftsmann Müller hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, und so entsteht die Idee für ein internes Sozialsystem im Hause Brödner (damals Müller). Die Preise für Bedürftige werden stark gesenkt, die Preise für Mehrverdiener angehoben – so kommt es zu einem sozialen Ausgleich. Das System wird von der gesamten Kundschaft akzeptiert und während des Ersten Weltkrieges so beibehalten.
In der Werkstatt werden alle Brillengläser bis Ende der dreißiger Jahre mit der Hand eingeschliffen. Erst dann avancieren die ersten Anbieter von Halb- und Vollschleifautomaten in Deutschland: Die Firma Weco, bis heute Lieferant für Schleifautomaten im Hause Brödner, und die Firma Nitzsche & Günther sind die ersten Anbieter.
Nach dem Krieg vergrößert sich der Bereich der Augenoptik, aber das Photogeschäft bleibt Haupteinnahmequelle. 1953 verstirbt Hans Fritz Müller. Seine Frau führt die Geschäfte weiter bis zu Ihrem Ruhestand im Jahr 1963.