1963 - 2005
Im Jahr 1963 übernimmt der junge Optiker-Meister Joachim Brödner die Geschäfte von Frau Müller. Herr Brödner erneuert das Geschäft und läutet auch optisch moderne Zeiten ein. Das interne Sozialsystem ist zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschafft: Brillen gibt es in der DDR auf Zuteilung, mit landeseinheitlichen Festpreisen und Unterstützung von der Krankenkasse. Lediglich Sonderanfertigungen und zusätzliche Leistungen werden privat abgerechnet.
Die gesamte Kollektion der DDR-Brillen umfasst rund 50 Fassungen, die nach und nach modernisiert werden. Importe sind die Ausnahme. Dazu gehören Lieferungen aus Ungarn und Polen.
Das große Handycap zu DDR Zeiten sind die geringen Rohdurchmesser der Brillengläser, die das Einarbeiten in die damals modernen Fassungen bei hohen Stärken unmöglich macht. Auch Herr Brödner zeigt besonderen Einsatz für seine Kunden: Der Mangelware setzt er persönliche Handarbeit entgegen: Er selbst produziert individuelle Anfertigungen - mit Werkzeugen, die er selbst entwickelt hat.
„Dienen und Leisten“ ist seit jeher oberstes Gebot in unserem Hause. Das gilt auch für die damaligen Öffnungszeiten. Während im Sozialismus Mittagspausen streng eingehalten wurden, sind die Brödner-Geschäfte durchgehend geöffnet.
Die Wende 1989 bringt große Veränderungen mit sich. Gleitsichtgläser werden eingeführt – eine Erfindung der DDR: Ein Meilenstein in der Optik. Das Angebot steigt drastisch, Computer werden eingeführt, ein neuer Laden wird eröffnet. Fortan gibt es Brödner auch in Böhlitz- Ehrenberg.
2005 geht Herr Brödner zusammen mit seiner Frau, die direkt hinter dem Optiker-Laden ein Friseurgeschäft betreibt, in den Ruhestand.